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| Die Kraft der schöpferischen Zerstörung: Joseph A. Schumpeter. Die Biografie
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Eigentümliche Distanziertheit bewahrt
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Die Kraft der schöpferischen Zerstörung: Joseph A. Schumpeter. Die Biografie (Gebundene Ausgabe) Die Begegnung mit Schumpeters "Theorie der schöpferischen Zerstörung" liess mich in meinen Studienjahren kurzfristig daran zweifeln, ob ich mit der Wahl meiner Fächer tatsächlich richtig lag. Zum ersten Mal hörte ich einen Ökonomen, der die damals gängige Vorstellung der Planbarkeit unternehmerischer Erfolge in Frage stellte. Dass er ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod wieder im Gespräch ist, verwundert nicht. Ich freute mich daher auf die Lektüre dieser Biographie. Und als ich las, dass die Autorin in Deutschland und Grossbritannien Volkswirtschaftslehre sowie Psychologie studierte, als Journalistin wirkt und ausser in Köln auch in Chicago lebt, waren die Erwartungen gross. Vielleicht zu gross. Denn was Joseph A. Schumpeters schillernde Persönlichkeit prägte, ging in der Fülle der aufgearbeiteten Informationen beinahe unter. Aber es ist nicht nur die Form, die dem Stoff zu wenig gerecht wird. Wohl im Bemühen, immer schön sachlich zu sein, ging die Seele verloren. Ich verlange ja keine Drehbuchvorlage für einen Film wie über John Naisbitt. Aber ich hätte es schön gefunden, wenn Annette Schäfer einen attraktiveren Blickwinkel gewählt hätte. Ob den einer Innenkamera oder einer chirurgisch sezierenden Beobachterin spielt keine Rollen. Aber Annette Schäfers diffuse Mischung zwischen akademischer Berichterstattung und psychologischer Akteneinsicht wird dem Stoff nicht gerecht.
Um nicht missverstanden zu werden, die Lektüre dieser Biografie lohnt sich. Aber nicht weil das Leben Joseph A. Schumpeters faszinierend beschrieben wird, sondern weil der Leser Einsicht in ein Leben bekommt, das in so vielen Beziehungen ganz aussergewöhnlich verlief. Und weil der Autor oder die Autorin noch nicht gefunden wurde, die aus dem Stoff mehr herausholt. Gewarnt sei auch vor der Erwartung, man würde nach der Lektüre Schumpeters wissenschaftliches Werk besser verstehen. Denn erstaunlicherweise geht Annette Schäfer auch da nicht in die Tiefe, obwohl ich ihr durchaus glaube, sich intensiv mit den umfangreichen Arbeiten dieses Genies auseinandergesetzt zu haben.
Mein Fazit: Ein aussergewöhnliches Leben wird leider auf ziemlich gewöhnliche Weise dargestellt. Annette Schäfer wählte einen Mittelweg zwischen Distanz und Nähe, der letztlich in ziemlich langweilige, sauber gepflegte Parklandschaften führt. Mag sein, dass sie sich nicht dem Vorwurf aussetze wollte, Schumpeter zu psychologisieren. Aber da es auch bei Lebensbeschreibungen keine Wahrheit gibt, hätte sie es ruhig wagen können.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. Februar 2008 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 2. | Eigentümliche Distanziertheit bewahrt (die aktuell angezeigte Rezension) | | 1. | Brillanz versus Weisheit | | |
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